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Pandora ist ein mehrsprachiges Mysterienspiel in drei Akten. Neben dem Luxemburgischen kommt auch die deutsche und französische Sprache zum Einsatz.

quelques idées, quelques clefs…

on connaît bien le mythe de Pandore, on a déjà entendu parler de la boîte de Pandore. Mais au fait, qui était Pandore ? Que cachait-elle dans la boîte ? Et pourquoi d’ailleurs a-t-elle été chargée de transmettre ce « cadeau empoisonné » aux hommes ? C’est ce mystère qui m’a donné l’idée de reposer la question, d’envisager des réponses mais aussi, et avant tout, de ne pas me fier aux solutions toutes faites. Si Pandore, chez les Grecs, est considérée comme la première femme, celle qui a établi les règles de la famille monogamique (je me réfère ici à une conférence de Jean-Pierre Vernant, chercheur au CNRS, Professeur au Collège de France), celle que j’ai « recréée » se veut avant tout l’incarnation du vrai opposé au faux, de la nature opposée à l’artifice, de l’être opposé au paraître. D’une certaine manière, elle nous oblige à nous demander ce qu’il y a sous la surface, ce qui se cache derrière les murs, ce qui emprisonne le désir d’amour. Et par l’intermédiaire de sa boîte, elle confronte l’homme à ses angoisses, à sa mauvaise conscience, à ses mensonges tus et à ses silences meurtriers, elle le réduit presque à rien en l’obligeant à faire face à sa condition humaine. Et ce ne sont que ceux qui sont prêts à affronter cette épreuve, à faire face à leur vrai visage et à accepter que le bien n’existe qu’avec le mal, qui verront en elle (ou dans sa boîte) un instrument de renouveau permettant de construire et de renouveler ce qui n’existait plus que comme mirage, comme façade. C’est ainsi qu’elle nous invite à ne pas rater l’amour vrai qui pousse à changer et qui invite à espérer. Comment allier toutes ces idées à un jeu dramatique et musical ? Jean-Marie Kieffer et moi-même avons tenté de relever ce défi et de donner à voir à travers musique, jeu et récitation une vision nouvelle de ce que peut signifier le mythe de Pandore. Quant à la mise en scène, elle se révèle être presque aussi difficile et douloureuse que la genèse de la pièce elle-même. Que Lisi de Jong ait accepté d’être assistante à la mise en scène plutôt qu’actrice constitue pour moi à la fois une aide précieuse et un beau cadeau : elle est à la fois discrète et attentive : ses idées et suggestions nous ont déjà sortis plus d’une fois d’une impasse. Avec une grande sensibilité, elle se tient à l’ombre mais elle est, pour nous tous, l’ange gardien qui veille. Il me reste à souhaiter que cette expérience comble ses attentes à elle et l’encouragent à continuer à s’intéresser à la mise en scène et au théâtre. Pour terminer, j’aimerais remercier Michel Feinen et Christian Sinner, les responsables du décor : tout comme Lisi, ils ont cette sensibilité qui nous a permis à tous de travailler dans une grande sérénité. J’ai eu la certitude, grâce à ce projet, que les affinités finissent toujours par se trouver et se toucher.

Danielle Hoffelt


Vorwort des Komponisten
Nach dem überwältigenden Erfolg der ‘musical show’ Oralabora im Jahre 1998 entstand in der Musikabteilung des LCE (nicht zuletzt unter dem sanften Druck vieler damaliger Mitwirkender) recht bald die Idee, weitere Veranstaltungen nach dem gleichen Konzept zu planen. Das haben wir getan – und mehr noch: wir haben es weiterentwickelt, indem wir uns mit der Kollegin Danielle Hoffelt, Leiterin der hauseigenen Theatertruppe ‘Les nouveaux-nez epternaciens’, zusammengetan haben. Dabei herausgekommen ist – ein Mysterienspiel! 

In der Tat handelt es sich hierbei um eine üblicherweise in einem Kirchenraum aufgeführte mittelalterliche Form des Musiktheaters, einerseits dem klassischen griechischen Drama verpflichtet, andererseits Vorbote der modernen Oper. Benötigt wurden also Darsteller, Sänger, ein Chor, ein Orchester und – der geeignete Raum. Da uns mit der romanischen Willibrordusbasilika der ideale Ort für ein solches Unterfangen spontan von Dechant Théophile Walin zur Verfügung gestellt wurde, konnte dem Unternehmen nichts mehr im Wege stehen: Darsteller (sprechende Schauspieler, singende Schauspieler und spielende Sängerinnen) wurden gefunden im erweiterten Kreis der ‘Nouveaux-nez epternaciens’, Chorsänger und Musiker, wie gehabt, im reichhaltigen Fundus der ‘Choeurs de la communauté scolaire du LCE’ und der ‘LCE-Big Band & Friends’. 

So eignet sich diese Form erneut hervorragend dazu, viele Mitwirkende auf der Bühne zu vereinen, nämlich Schüler, Eltern, Lehrer, Mitglieder des technischen Personals und Ehemalige, wodurch sowohl künstlerischen als auch pädagogischen Ansprüchen gerecht worden wird. Es dürfte klar sein, dass die Form des Mysterienspiels nur den Rahmen liefert für unser Projekt, die dramatischen wie musikalischen Inhalte jedoch unserer Zeit angepasst worden sind. So hören wir gehobene Unterhaltungsmusik mit Pop- und Jazzelementen, vorgetragen von 9 VokalsolistInnen, einem 100-köpfigen, 6-stimmigen Chor und einem 40-Mann/Frau-Orchester. 

In einer Zeit, wo viele Lehranstalten neue Wege suchen, um sich selbst auf eine unverwechselbare Weise darzustellen, haben wir im LCE uns dazu entschieden, zusammen mit der ganzen “Schulfamilie” Selbstgemachtes zu präsentieren. So ist, wie vor 6 Jahren, auch bei Pandora jedes Wort (Danielle Hoffelt) und jede Note (Jean-Marie Kieffer) bei uns im Haus entstanden. Vorteil dieser Formel ist die Möglichkeit des Zurückgreifens auf die (künstlerischen) Erfahrungen ehemaliger Schüler, die Maßschneiderung des Spektakels für die Mitwirkenden und die räumlichen Gegebenheiten und vor allem die Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls zwischen allen Mitgliedern der Schulgemeinschaft. 

Das Gelingen eines solchen Unterfangens ist in einem besonderen Maß abhängig von der Opferbereitschaft vieler Helfer – und der Unterstützung der Schulleitung. In diesem Sinne sei dem Direktor des LCE, Herrn Henri Trauffler, herzlich für sein ernsthaftes Interesse am Pandora-Projekt gedankt. Nur völlig unzureichend kann man in Worte fassen, was das Organisationskomitee unter der Leitung meines Kollegen Lucien Lengler geleistet hat: Geld beschaffen, Werbung organisieren, Techniker engagieren, Logistik, Catering, Koordination, usw. 

Meine Bewunderung gilt allen Mitwirkenden im Chor, im Orchester und auf der Bühne für ihre Geduld und ihre Nerven, denn immerhin hatten sie mich bis zu 6 Monate lang mehrmals die Woche zu ertragen! Vielen Dank. 

Am opferbereitesten aber war, einmal mehr, meine Familie, welche monatelang, wenn nicht physisch, dann psychisch auf mich verzichten musste. Ohne ihre Unterstützung wäre Pandora ein Sprechstück! 



Jean-Marie Kieffer







PANDORA : eine Zusammenfassung

1. Akt :

Freudengeschrei, Feuerwerk, Trommelwirbel, Applaus…alles deutet auf ein gelungenes Dorffest hin (Entrez, hereinspaziert). Doch am folgenden Tag stellt der Chor uns ein entzwei gerissenes und gespaltenes Dorf vor : während ein Teil der Einwohner der Zirkustruppe mit Begeisterung entgegen getreten ist, denken andere, dass diese « fröhlichen »Gesellen sich am besten aus dem Staub machen sollten damit ihr fremdes Wesen nicht negativen Einfluss auf das sowieso schon gestörte Gleichgewicht des Dorfes habe. Dann erscheint Zelda, die Schlangenfrau, gefolgt von ihre Tochter Pandora, der Seiltänzerin, ihrerseits gefolgt von Pierrot, dem Clown. Während Zelda wie versteinert auf der Bühne verweilt, beklagt sich Pandora bitter bei Pierrot über das mysteriöse, ja fast unverständliche Verhalten ihrer Mutter (Si au moins elle me parlait). Pierrot möchte sie beruhigen, doch Pandora macht nun auch ihm Vorwürfe und behauptet, er sei ein Verbündeter ihrer Mutter, und dies sei ein abgekartetes Spiel. Eigentlich möchte sie den Zirkus und mit ihm ihre Eltern verlassen und ein neues Leben beginnen. Da treten drei dunkel gekleidete Frauen ins Rampenlicht; sie befanden sich auf der Bühne seit Beginn des Mysterienspiels, doch sie hatten sich bis jetzt stumm im Hintergrund gehalten. Jede der drei Gorgonen gibt ihre eigene Interpretation der Handlung der verschiedenen Figuren (Ihr wart sehr wohl gewarnt, Schwestern der Finsternis). Dann erscheint Amédée, ein junger Bildhauer und Bruder des Bürgermeisters. In einer Art Lamento beschreibt er seine Faszination für Pandora und seine innere Zerrissenheit: er denkt, er sei überhaupt nicht richtig im Dorf akzeptiert. Während der Chor das Geschehen auf verschiedene, ja kontradiktorische Art und Weise erklärt (Ass d’Pandora d’Verdierfnes vun eis alleguer), erscheint Theo, der Bruder Amédées und Bürgermeister. Man merkt schnell, dass es zwischen den beiden gewisse Spannungen gibt und vielleicht sogar einen latenten Konflikt. Nur weiß man nicht, ob Pandora die Ursache oder der Auslöser für dieses Gespräch darstellt. Doch dann tritt Scura, die Gemeindeschreiberin, in Erscheinung: jedes ihrer Worte zeugt von großer Verbitterung, von Enttäuschung und von Missgunst (Kanner, Kanner, Kanner, o quel malheur). Sie ist überzeugt, über Jahre hinweg den beiden Brüdern stets zu Diensten gewesen zu sein und erwartet jetzt, dass man ihr reinen Wein einschenken möge. Doch keiner von beiden möchte sich auf irgend eine Aussage, geschweige denn auf eine Stellungnahme einlassen. Während die Gorgonen ihre undurchschaubaren Kommentare abgeben, erklären Pandora und Scura – ohne sich zu sehen - ihre Stellung (Ich habe es doch immer prophezeit). Nun ist es an der Zeit andere Charaktere kennen zu lernen: zuerst kommen Bruno, Vater der beiden Brüder und Frisör und Constant, Bäcker, und teilen uns ihre gegensätzliche Haltung mit. Während der erstere totale Ablehnung an den Tag legt, ohne sie jedoch genau zu begründen, offenbart uns letzterer seine Begeisterung für den Zirkus. Dann erscheinen ihre jeweiligen Frauen, Edna, die Frisörin, und Flora, die Bäckersfrau. Auch sie scheinen verschiedener Meinung zu sein. Daraufhin erscheint wieder Pierrot und teilt allen mit, dass die Zirkusleute zur Abfahrt bereit sind (Je suis vraiment le plus génial). Bruno scheint erleichtert, doch Constant nimmt es dem Bürgermeister übel, dass er nicht noch zum Abschied gekommen ist. Pandora nimmt Abschied, ohne jedoch zu verstehen zu geben, dass das Dorf und ganz besonders Amédée es ihr angetan haben (Mais où sont-ils donc tous passés). Als Amédée endlich reagieren will, ist es zu spät. Pandora verschwindet . Zuerst ist es der Chor (Ass d’Pandora d’Verdierfnes vun eis alleguer) und dann sind es die Gorgonen (Seht her, Schwestern der Nacht), die die Situation auf den Punkt bringen möchten – ohne dass es ihnen jedoch wirklich gelingt. In einer Art „Zwischenspiel“ sehen wir Pandora und Amédée, die beide in einem inneren Monolog ihre tiefsten Gefühle preisgeben (Le jour se lève). Wie wird diese Geschichte wohl weitergehen?

2. Akt

Während der Chor die vermeintlich zweideutige und zerstörerische Rolle der Pandora kommentiert (Ass d’Pandora d’Verdierfnes vun eis alleguer), erscheinen Edna und Scura. Letztere gibt ihren Ängsten und Verwirrungen freien Lauf und Edna, anstatt sie zu trösten und ihr beizustehen, gibt ihrer Eifersucht und Verzweiflung immer wieder neue Gründe sich zu festigen. Auf einmal hört man Theos Schreie, gefolgt von seinem plötzlichen Auftreten. Er erklärt, Pandora habe ihre Truhe auf dem Dorfplatz vergessen und er befürchte, dieser Kasten enthalte alles was sie für ihre „Nummer“ brauche. Seine Mutter und Scura möchten ihn dazu bringen diese „Büchse“ zu öffnen, doch er widersetzt sich, aus Zurückhaltung oder durch eine plötzliche Eingebung. Der Chor sieht hierin ein Zeichen: das Unglück wird über das Dorf hereinbrechen (Wat ass hei lass, wat fir e Schicksalsschlag!). Nun kommt Bruno ebenfalls hinzu; auch er versucht, genau wie seine Frau, den Sohn zu überreden. Als Amédée auftritt, entspannt sich die Situation für einen kurzen Augenblick: er hat von Gerüchten gehört die besagen, Pandora könne ihnen allen gefährlich werden, doch, so fügt er hinzu, er glaube dies alles nicht. Theo schlägt ihm vor ihn zu begleiten um Pandora zu finden, um ihr ihren Koffer zurück zu bringen. Doch alle andern stellen sich dieser Entscheidung entgegen, aus welchen Gründen auch immer, und die beiden geben ihren Plan auf. Für die Gorgonen wird nun alles klar: diese Truhe wird im Dorf viele Fragen aufwerfen (Ist es ihr endlich gelungen!). Es gelingt jedoch dem Bürgermeister, alle nach Hause zu schicken und er schlägt vor, man solle am nächsten Morgen eine Entscheidung treffen. Während der Nacht erscheinen drei Personen, Bruno, Scura und Theo, eine nach der anderen, immer darauf bedacht nicht entdeckt zu werden. Alle nähern sich dem Koffer, alle öffnen ihn und schrecken zurück, wie von einer unsichtbaren Kraft verblendet und alle ergreifen die Flucht (O Nacht der Wahrheit). Am nächsten Morgen erscheint als erster Bruno und er bekennt in einer Art Lamento, dass die Wahrheit, die er entdeckt hat, erschreckend sei. Theo hört sein Geständnis doch bringt er nichts Näheres in Erfahrung. Als Edna erscheint, erklärt sie weinend, ihr Leben sei in Frage gestellt da sie verstanden habe, dass ihr Mann ihr seit Jahren schon eine Wahrheit vorenthalte. Flora und Constant kommen hinzu, doch es gelingt ihnen nicht mehr, ihre Freunde ein Stück auf dem Weg zur Wahrheit weiter zu bringen. Scura und Theo jedoch bekennen einander ihren Mangel an Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit; über Jahre hinweg haben beide Ansprüche und Erwartungen an den andern gestellt, auf die sie kein Recht hatten, haben sich hinhalten lassen. Der Chor ist entsetzt über all diese Bekenntnisse (Wat hale mer dovun, wat denke mer lo?) und Amédée scheint total überfordert: welches Spiel wird hier gespielt? Er fleht den Bäcker und seine Frau an, ihm die Wahrheit zu sagen. Flora gibt einen Teil der Wahrheit preis, doch dann verschwindet sie und Constant übernimmt die Aufgabe ihm mitzuteilen, dass der Koffer dreimal geöffnet wurde. Obwohl er schockiert ist, begreift er immer noch nicht was los ist, bis Edna erscheint: sie sieht gespenstisch aus mit ihrem Kopftuch und mit ihrer Riesenschere. Dann zeigt sie ihrem Sohn ihr „wahres“ Gesicht: sie hat sich die Haare geschoren, sich entstellt, damit jeder sieht, wie sie sich fühlt: hässlich und abstoßend. Wem soll sie nun auch gefallen, da ihr Mann ihr soeben gestanden hat, er habe früher eine Freundin gehabt, und sei vielleicht Vater eines unehelichen Kindes. Für sie ist nun alles klar: es kann nur Pandora sein, die hinter all diesen Machenschaften steht. Der Chor gibt, in einem „Interludium“ seinem Entsetzen Ausdruck: all dies ist skandalös, alle Sicherheiten sind plötzlich in Frage gestellt, nichts ist mehr an seinem Platz. War denn alles Glück nur Schein? (Sou geet alles hei säi Wee) 






3. Akt

Gleich zu Beginn ergreift die sanftmütige Gorgone das Wort und erklärt, dass noch nichts entschieden und alles möglich sei (Was versuchst du uns zu sagen, Schwester?). Doch der Chor kann und will das nicht glauben. Nun tritt Pierrot zur allgemeinen Überraschung auf und kündigt das baldige Zurückkommen des Zirkus an. Er fügt noch hinzu, dass seit ihrer Abfahrt aus dem Dorf alle Künstler sich auf sehr bizarre, ja sozusagen übernatürliche Art und Weise verändert haben (Rien ne va plus, tout est perdu). Hier platzt Bruno herein und, am Ende seiner Kräfte, erklärt er dem verdutzten Pierrot, alles sei nun verloren, seine Frau wisse von seiner früheren Beziehung. Da erscheint Zelda, umgeben von einer mysteriösen Musik: der Zauber, der von ihr ausgeht, bleibt jedoch für den Zuschauer unverständlich, da sie nur Teile einer (ihrer?) Wahrheit preisgibt. Welches ist denn nun dies wohlbehütete Geheimnis, das manche erkannt zu haben scheinen und andere noch nicht? Nun reden die Gorgonen auf einmal von Hoffnung und von Erneuerung (Vergangenheit ist stärker) und Edna erscheint, fast geläutert, und bittet Bruno um Verzeihung. Auch sie, so behauptet sie, habe versagt, auch sie habe, genau wie er, Schein vor Sein gestellt. Doch Bruno ist noch nicht bereit, auf ihr Angebot einzugehen. Als Theo erscheint, ebenfalls geläutert, und er öffentlich verkündet, dass er sich aus der Politik zurückziehen werde, um wieder seinen Lehrerberuf aufzunehmen, „um die Kinder wieder zu finden und um an der wirklichen Zukunft mitzubauen“, gefolgt von Amédée, der plötzlich seine Zuneigung zu Pandora preisgibt (Viru mengen Ae gouf hatt op en Neits gebuer/ O ech wëll hatt), kann Bruno nicht mehr umhin, seine Wahrheit zu erklären. Die Frau, die er einmal geliebt hatte, heißt Zelda und, so sagt er, Pandora sei möglicherweise seine Tochter, die Halbschwester seiner Jungen. Für beide bricht nun eine Welt zusammen. Umso größer ist dann die Überraschung, als der Bäcker und seine Frau kommen, gefolgt von Pandora, und uns erklären, alles würde sich jetzt zum Guten wenden. Pandora liefert dann den Schlüssel zu allem: ihre Mutter konnte Bruno damals nicht vergessen und war einige Jahre später einem Mann begegnet, der gewisse Ähnlichkeiten mit ihm hatte; ihn habe sie geheiratet, mit ihm habe sie eine Tochter bekommen, doch sie sei immer unglücklich gewesen (Par quel malheur, par quelle malchance). Ende gut, alles gut (Ende gut, alles gut)? Bruno und Edna können sich versöhnen, Amédée kann mit Pandora zusammen bleiben, Theo kann seinen neuen Weg einschlagen und Scura... Scura kommt genau in diesem Moment hereingestürzt und bekennt, auch sie habe es satt, dieses Spiel vom Schein und Sein, auch sie wolle zu ihren wahren Gefühlen stehen: sie hat sich in Pierrot verliebt und wenn er doch bloß zurückkäme, würde sie ihm ihre Liebe gestehen. Da erscheint Pierrot, der sich bis jetzt hinter der Truhe versteckt gehalten hatte und beiden umarmen sich. Pandora und Amédée tun es ihnen gleich

Ende gut, alles gut: dies ist Lehre, die der Chor aus dieser Geschichte zieht; die Gorgonen stimmen zu und beenden das Mysterienspiel mit der Idee, dass allein Glaube, Vertrauen und die Liebe wahre Hoffnung für die Menschen sind. (Finale).